Lebenslauf des Schowe-Ansiedlers
Peter HAUCH 1786


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Vorbemerkung:
Kopien der folgenden Aufzeichnungen "Lebenslauf des Peter Hauch" befinden sich in der Ev. Archivstelle Boppard, wo sie Mitte 2001 von Hans G. Stein entdeckt und zur Verfügung gestellt wurden.
Erschienen sind sie erstmalig im Neusatzer "Deutschen Volksblatt" am 19. 1.1926 in einer Bearbeitung von Dr. Johann Petri sen., damals Tierarzt in Schowe.


"Geborren Peter Hauch im Jahr 1745, den 29-ten Jannuwarri, im Pfalz-Zweybrückischen indem oder ambt (Oberamt) Kußel in der scholtheiß Parrei Bärßweiller in der ge Meint Forren und Lehte (Gemeinde Fohren und Linden) in der Frenker Miehl (Mühle). Die Miehl liegt in der geent (Gegend) der Flecken Baum holter (Baumholder) ligt ein Stont (Stunde) vorwärts unter der Morgensonne um Johanns tag die Stat Kußel ligt zwei Stont vorwärts unter der 9 uhr Sonne und die Stat Zweybrücken ligt 10 Stont vorwärts unter der Mittagsone und der Flecken Birken fält (Birkenfeld) ligt 3 Stonte hinterwärts unter der Abendsonne um Johannstag und dem Peter Hauch sein Vater war von Berlanenbach (Berglangenbach) und seine Moter war aus der obver Mälte (oben vermeldete, d.h. oben erwähnten) Frenken Miehl und jr bäite Aeltern liegen bäite auf dem Baum holter Kerhob (Kirchhof) be kraben (begraben) und der Johann Nik Cloß (Nikolaus) Hauch hat eine kleine Zeit in der Miehl bei seine Schwier ältern gewont, von da ist er nach Berglanenbach gezogen auf sein Guth und da hat er ungefehr 20 Jar gewont und hat nochzwei Kinter da gezeigt, 1 Mete (Mädchen) und ein Sohn Nahmens Jakob, wälcher noch in Dejßland (Deutschland) ver bliewen ist.

Nach diesem haben wir die Lentner Miehl an uns Ersteit vor 685 Thl. und da heben wir unser ganzes ver-Mägen zu gesetzt und sein bättelarm worte. Noch diesem hat der Peter Hauch sich ver Ehliget (verehelicht) Miet des Jakob Kleen hinterlaßne Dochter von Stein bürg (ambts Notelle) Namens Anna Markrete im Jar 1775 am 30-ten Mertz Hochzeit gehalten in der Lentner Miehl und hat in der Erste Eh 4 Kinder gezeigt.

Als Erstens ist geborren Marrilißabätta Hauchin im Jahr 1776 den 1-ten Mai. Zweitens, ist geborren Jakob Hauch jm Jar 1778 ist auf Peterstag gedäft im Frie jahr. Dretens ist geborren Anna Markreta Hauchin jm Jar 1781 ist 14 täg vor Michelstag getäft worten. Viertens ist geborren Johann Peter Hauch im Jahr 1783 im Friejar - ist gestorben im Jahr 1786 den 22 Februwarri ligt auf dem Dorschauer Kerchob be kraben.
Unter dies ist dem Peter sein Vatter gestorben jn der Lentner Miehl und ligt auf dem Bärßweiller Kerchob begraben unter dem Abbelbaum.
Und nach diesem ist der bohlische Zocht (Ich glaube es soll "Zug nach Polen" bedeuten, der nach der ersten Teilung Polens (1773) eingesetzt hat, und da hat man später jede Auswanderung nach Osten "Zug nach Polen" genannt.) aufgekommen, da ist der Peter Hauch, desen Ehweib, 4 Kinder, Moter jn das lant (Land) gekommen. Im Jahr 1785 den 30 Junli das war der Erste Dag das wir auf der Reiß waren, da hot der Peter Hauch 6 Menschen und 15 Fl. Reiß gält und zu Wihn (Wien) da haben wir unsern Baß und Reiß gält bekommen jn das König Reich ungarn jn das Batzer Komedat jm Jar 1785 den 26-ten August und den 9-ten September sein wir in Dorschau einquartiret und im Jahr 1786 den 26. Merz da haben wir die Hof Ställ angewiesen kriet (gekriegt) in Schowe, und im Jahr 1786 den 9-ten September ist Peter Hauch sein Eheweib gestorben, liegt auf dem Schower Kerchob bekraben, und hat in der Eh gelebt 11 jor 5 Monat 9 tagen und zeigte 4 Kinter 2 buen (Burschen) und 2 Met.

Nach diesem hat der Peter Hauch sich zum zweite Mahl ver Ehliget Miet des ver storm Nik Cloßen Kniesels hinterlasen Wiedieb von Dorschau im Jar 1786 den 22-ten Nov. nahmens Kadarina Magilena ist gebertig in der Pfaltz in Nieter Hausen (Niederhausen) drei Stont von + nach (Mitternacht) jr Vater war Johann Fielieb Walter jr Motter Matlen (Magdalena) ir bäite Aeltern ligen auf dem Nieterhausen Kerchob bekraben in dem Naßau Weilborg.

Nach diesem hat der Peter Hauch sein Wohnhaus verhantelt Miet dem Danjel Schmiet im Jar 1796 den 10-ten Junius, den 18-ten Eingezogen.
Nach diesem ist dem Peter Hauch seine Motter gestorben liegt auf dem Dorschauer Kerchob begraben im Jahr 1796 um Lichtmeß.
Und im Jar 1796 den 8ten Dezember hat der Peter Hauch dem Frietter Rich Frank sein Haus ybernnommen vor 60 fl. Nebstdem 40 Metz kleine Frocht (Frucht) abzuliefern. Un jen Jar 1797 de 26-ten Oktober hat dem Peter Hauch seine älteste Dochder Hochzet gehalten Miet dem Heinrich Seebach seinem Sohn Nahmens Heinrich Seebach. Und im Jahr 1798 am 3-ten Jannuvari die Dochder Anna Markreta mit dem Fielieb (Philipp) Meier von Kischkeren (Kischker) Wietmann.
Dreiens hat dem Peter Hauch sein Sohn sich ver Ehliget mit dem Anter Reß (Andreas) Wohlhüter seiner Dochder Anna Christine von Borkeßel (Bulkes) im Jar 1807 den 23 Jannuvari versprochen."

Diese Ausführungen ergänzte Dr. J.Petri wie folgt und fügte dem Text zwei Urkunden des Ludwig Zibig aus dem Jahr 1754 und 1759 hinzu.


Ergänzung:
Das war der Lebenslauf des Peter Hauch.
In der alten Handschrift sind noch einige Daten über Auszahlungen an Notäre, Handwerker usw. Auch fünf Kinder wurden ihm noch geboren, nur ein einziges blieb am Leben, die anderen vier haben nur zwei Jahre oder gar nur einige Tage auf dieser "jammervollen Welt" - wie es dort steht - gelebt. Das Sumpffieber forderte reichlich Opfer.
Der Abbelbaum auf dem Friedhof zu Berschweiler ist wohl schon längst dahin! Aber die Lindener Mühle (Lentner Miehl) könnte auch heute noch stehen. Ich habe eine Spezialkarte der Pfalz, da ist eine Mühle - Bachmühle - zwischen Linden und Berglangenbach eingezeichnet, auch gegen Baumholder eine. Vielleicht sitzen dort noch die Nachkommen des Jakob Hauch "wälcher noch in Dejßland ver bliewen ist."

Die zwei Urkunden des Ludwig Zibig lauten:
Die erste Urkunde:
"Extractus ex Tiefenbacher Geburt-Register vom Jahr 1754.
Den 11. Jan. ist ein Mägdelein gebohren, den 13-ten getauft, und Dorothen Christine genannt worden. Eltern: Hr. Johann Zibig Chirurgus auf dem Strudt und Fr. Maria Magdalena Elisabetha Catharina gebohrne Kätzelin.
Gevatter: 1. Maria Dorothea, Hr. Johann Christian Quiens von Dahlingen Ehefrau. 2. Hr. Balthasar Friedrich Kätzel Schafner auf der Struth. 3. Anna Christina Johann Peter Jaquilard Stabhalters vom Struth Ehefrau. 4. Philipp Friederich Karl Hr. Johann Michael Kätzels von der Struth ehelich lediger Sohn.
Getreulich von Wort zu Wort ausgezogen bescheine.
Tiefenbach den 14. Praireal (Mai) im Jahr 3 (1796) der Republ.
Ledermann Se: d: l: M."


Die zweite Urkunde:
"Extractus aus dem Tiefenbacher Sterbregister vom Jahr 1759.
Den 13. Aug. ist in seinem Erlöser Jesu selig entschlafen, Herr Johann Georg Zibich, Chirurgus und Medicus, allhier, wurde den 15. ejusd. zur Erden bstattet, seines Alters 36 Jahre, 4 Monathe und 7 Tage.
Getreul. Extrahirt, bescheine,
Tiefenbach, den 12. Priareal im Jahre 3 der Fr. dem. Republ.
Ledermann Se: d: 1: M."

Auf der Rückseite dieses Totenscheins sind folgende Aufzeichnungen des Einwanderers Ludwig Zibig:
"Was mein Leben betrift so bin ich zur Welt gebohren im Jahr 1751 den 5. August werd mir zugelegt Philipp Ludwig begab mich in die Eh im Jahr 1772 mit Eva Maria Nägelin ihre Eltern sint Johannes Nägeli die Mutter eine gebohrene Wengerin und ist gebohren den 15-ten mertz 1750 hab gezeigt 11 Kinder, 7 Dochder und 4 Buwen.
Ludwig Ziwig.
Mein tauf patten sein Ludwig Trißler und Andoni Dodt goten (Godeln) Catharina Jostin und Julianna Gilgin. Die Mutter eine gebohrene Kätzelin, ich bin gebohren auf der Struth in dem Kanton Litzelstein."

Heinrich Stephan
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