AL 44 = Ahnenliste MÜLLER mit Kriegstagebuch 1915/16

Orte:
Bulkes, Villach, Kischker, Neuwerbaß, Preßburg, Leipzig, Buda, Tscherwenka, Mramorak, Iglo, Szabatka, Surcin, Beschka, Philadelfia, Budapest, Lumina/Galicien, Hambach/Neustadt, Heubach/Odenwald, Heimkirchen/Kaiserslautern.
Quellen:
Aufzeichnungen des Pfarrers Christian Müller und Georg Philipp Noes Veröffentlichung "Kisker-Kischkeer Batschka, Menschen und Familien 1786-1944", HBB=Heimatbuch Bulkes 1984 und ALW=Ahnenliste Klaus WEBER.
Anhang:
Tagebuch des Pfarrers Christian Müller während der Kriegszeit 1915/16



1) MÜLLER Martha
*Bulkes 21.4.1923 HNR.81 +Villach 27.11.2004
"Am 27. November 2004 ist Martha Müller allein und friedlich in ihrer verschlossenen Wohnung, die von der Polizei geöffnet wurde, im 82-zigsten Lebensjahr gestorben. Auf dem Tisch lagen Bilder von ihrem Haus in Bulkes, die von Heinrich Stephan im Oktober d. J. aufgenommen wurden. So war sie in ihrer letzten Stunde in Gedanken dort, wo sie einst ihre schöne Jugendzeit verbrachte. Sie war lange krank und hatte starke Schmerzen. Ihre Nachbarin, die sie am Tag davor versorgte, hat keine schlechten Anzeichen erkannt.
Geboren wurde sie als einziges Kind der Eheleute Christian Müller, Pfarrer in Beschka und Elisabeth, geb. Kullmann.
Mit mir besuchte sie die deutsche Volksschule in Bulkes und bis zur mittleren Reife das serbo-slowakische Gymnasium in Petrovac. Sie war verlobt mit Karl Grumbach der beim Soldatensender Belgrad (Lily Marien) tätig war. Bis zum 15. April 1945 führte sie ein behütetes Leben mit ihrer Mutter, der Vater war im 32-sten Lebensjahr gestorben. An diesem Tag traf sie das Schicksal aller in Bulkes verbliebenen Einwohner und wurde bei Nacht mit dem Zug in offenen Wagen nach Jarek verbracht. Liest man ihren Bericht im "Leidensweg der Deutschen im kommunistischen Jugoslawien", muss man sich fragen, was hat diese "Menschen" zu solch bestialischen Behandlung unschuldiger Frauen, Greisen und Kindern befähigt.
Am Morgen ihrer Ankunft wurden sie von den Partisanen gemustert, dabei war ein Zivilist, ihr Friseur Gavro aus Neusatz. Er kam zu ihr und wollte ihr so gut es geht helfen. Für kurze Zeit kam sie nach Srbobran in ein Lazarett mit verwundeten Partisanen, wo sie Fußböden schrubben und die grobe Wäsche der Patienten waschen musste. Als sie von dort zurückkam, kam sie ins "Krankenrevier", wo nichts anders war als im Lager. Den Menschen konnte nicht geholfen werden, weil es keine Medikamente gab, so starben sie, wurden weggetragen, wo sie von den Totengräbern abgeholt wurden. Von Mitroviza kam eine Gruppe ausgemergelter, vom Tode gezeichneter Männer, darunter mein Vater. Er hatte Wasser in den Beinen, die aufbrachen und voller Würmer wurden. Helfen konnte Martha ihm nicht, so dass er kurz darauf starb.
Eines Tages kam Gavro und sagte zu ihr, dass sie genug Tote gesehen hätte und ein Kinderheim einrichten sollte. Die Kinder hatten niemanden mehr - sie kamen mit den Großeltern, die früh starben, die Mütter waren nach Russland verschleppt, die Väter entweder in Gefangenschaft oder gefallen, sie waren nun auf sich selbst angewiesen, verdreckt, verwahrlost und verlaust. Trotz besserer Verpflegung war das große Sterben der Kinder nicht zu verhindern. Allein aus Bulkes starben in Jarek über 170 Kinder im Alter bis 14 zu Jahren.
Nach elf Monaten Jarek, wurde sie mit ihrer Mutter, der Cousine Inge Sander und dem Cousin Fritz Sander auf ein Gut bei Srbobran verlegt. Nach der Arbeit im Sommer kam sie über Neusatz nach Gakovo in das Sterbelager, von wo aus sie im April 1947 mit einem Schlepper zu Fuß die Grenze nach Ungarn überschritten. Nun ging es durch Ungarn weiter per Eisenbahn nach Österreich. Dort kamen sie über Mogersdorf, Fürstenfeld und Strass in das Auffanglager Wagna in der Steiermark.
Als Martha 1950 beim Weltkirchenrat - wegen ihrer serbischen Sprachkenntnisse - angestellt war, kamen drei Transporte mit elternlosen Kindern aus Jugoslawien in Villach an die sie als IRO-Schwester in Empfang nahm und ihren angereisten Eltern übergab, die sich oftmals gar nicht mehr erkannten.
Martha fand über den Weltkirchenrat eine Anstellung als Sekretärin bei der evangelischen Gemeinde Villach und Umgebung, die sie bis zur Pensionierung innehatte. Nach dem Tode ihrer Mutter 1972 war sie alleine, hatte aber Verbindungen mit ihren Verwandten in Deutschland und Jugoslawien gepflegt, war zuletzt sehr krank und hatte große Schmerzen, von denen sie nun erlöst ist.
Es könnte sein, dass sich die oder der Andere an die Tante Martha von Jarek erinnert."
Zitat aus dem Nachruf Peter DEGENs

2) MÜLLER Christian, Pfarrer
*Kischker 30.10.1892 (Taufz.: Kath.Messinger und Jak.Filipps) studiert seit 1.9.1905 bis 1910 Frühjahr in Neuwerbaß, von 1910 bis 1913 Frühjahr zu Preßburg am Lyceum, wo er 1913 am 20.6. die Reifeprüfung bestand u. im Herbst desselben Jahres in Preßburg auf die Theologie ging. Hier verbrachte er 3 Jahre u. ging 1916/17 nach Leipzig auf die Universität, von dort zurückgekommen bestand er 3.10.1917 die Fachprüfung und wurde am 20.10.1917 zu Buda durch Bischof Scholtz ordiniert.
Als Kaplan/Vikar wirkt er vom 1. November 1917 bis Sept. 1918 in Kischker, inzwischen 3 1/2 Monate aushilfsweise in Tscherwenka zurückgekommen hatte er infolge des feinen Charakters eines Hochwürd. Herrn Prinzipals Jakob Jahn zu Kischker sich zwischen zwei Stühle auf die Erde zu setzen.
Einer Berufung von Iglo (in Oberungarn) gewärtig, ging er nach Mramorak (Pfarrer Wallrabenstein), wo ihn die Berufung nach Iglo traf, der er am 1.10.folgte und bis 1.Okt.1919 als Kaplan in Iglo wirkte.
Von dort ging er fort, weil Oberungarn an die Tschechoslowakei angegliedert wurde und er der slowakischen Sprache nicht mächtig war. Am 1.Dez, ging er nach Szabatka, doch nur auf zwei Monate, weil er nicht ungarischer Kaplan sein, bzw. Pfarrer werden wollte.
So kam er am 1. Febr. 1920 zurück nach Kischker als Kaplan/Vikar. Und am lO.S.d.J. kündigte ihm Jahn schändlicherweise, was ihn samt anderen Erfahrungen von den Pfarrern ein abscheuliches Bild erblicken ließ.
Die Zeit bis am 1.4.1921 verbrachte er, der Berufesmüde und leidige - infolgedessen er Berufungen als Kaplan nach Alkehr, Zemun, Zagreb, Cilli und Pecs ablehnte, -außer dem Amte.
Im März berief ihn die Gemeinde Surcin für Palmsonntag zur Gastpredigt, der er folgte. Danach trat die Gemeinde mit der deputativen Bitte an ihn heran, die dortige Pfarre anzunehmen. Nach langem Überlegen entschloß er sich, dem Rufe zu folgen. Am 1.4. übernahm er das Amt zur größten Selbstzufriedenheit und Genesung von den schlimmen Erfahrungen in Kischker.
Doch sollte er hier nicht lange wirken und wurde am 27.2.1921 mit 24 Stimmen Mehrheit gegen Pfarrer BINDER als Pfarrer nach nach Beschka gewählt. Hier sollte längere Station gemacht werden und so versuchte er seinem Leben einen Inhalt zu geben,
und verlobte sich am 21.3.1922 abends 7Uhr mit Lieschen KULLMANN.
oo Am 30.Mai 1922 wurde dieses Paar in Bulkes zuerst im Standesamte und nachmittags feierlich in der Kirche getraut.
Pfarrer Christian Müller ist an einem Lungenleiden (Tuberkulose) am 2.8.1924 in Bulkes gestorben und wurde in einem Ehrengrab des Bulkeser Friedhofes begraben.
3) KULLMANN Lieschen/Elisabeth, sie ist in Bulkes HNr.81 am 30.November 1896 geboren
Eltern: Filipp Kullmann und Maria Binder.
+Villach 24.8.1972
Kind: Martha

4) MÜLLER Jakob *Kischker 27.8.1862 HNr.501 Taufz.: Filip Gerstheimer und Elisabetha Klein +Kischker 3.6.1927
ooKischker 4.7.1886
5) MAHLER Johanna * Kischker 19.2.1862 Taufz.: Adam SEENE und Theresia LITZENBERGER
Kinder:
a) Jakob *Kischker 8.3.1887 "Erlernte das Binderhandwerk in Neuwerbaß, war ein Jahr über in der Fremde in Ungarn u.ging 1905 nach Amerika, zuerst nach Philadelfia, dann nach Atlantic City, von dort kehrte er 1911 im Oktober zurück u.rückte ein zum Militär in Budapest auf 3 Jahre. Wurde aber vorzeitig (Ende 1913) dauernd beurlaubt und verehelichte sich 1914, den 19.April (II.Ostertag) mit Emma Elisabetha BRÜCKER, die ihm ein Töchterchen gebar am 17.4.1915 (Taufz. Christian BRÜCKER und Susanna MAHLER, geb.Müller) mit Namen Elisabetha Susanna, welches er jedoch nicht kannte, denn nachdem am 26.7.1914 der Weltkrieg ausbrach, mußte er unter die Fahne: Serbien, von hier nach Galizien, wo er am 25.Oktober 1914 bei Lumina? umkam."
b) Susanna *Kischker 16.8.1888 (Taufz.: Filipp MÜLLER und Johanna FILIPPS) verehelichte sich am 22.9.1907 mit Filip MAHLER Kinder: 1) Johanna Rosina *Kischker 17.2.1908 (Taufz.: Christ.DOHM und Margaretha MAHLER) confirmiert am 2.4.1920 2) Johanna *Kischker 6.7.1909 (Taufz.: Jakob MAHLER und Rosina BECHTOLD)
c) Katharina *Kischker 9.6.1890 (Taufz.: Heinrich MAHLER u. Kath. DIETRICH) +Kischker 29.4.1891
d) Christian *Kischker 30.10.1892 ooLieschen KULLMANN
e) Heinrich *Kischker 16.9.1896 +Kischker 18.6.1899
Anm.: Nach der Überlieferung willigte

6) KULLMANN Philipp II. HNr.81 Bauer, *Bulkes 2.8.1868 +Jarek 2.5.1945
ooBulkes 1890, Anm.: Nach der Überlieferung willigte die 15-jährige Braut in die Heirat mit ihrem 7 Jahre älteren Onkel erst ein, als ihr ein roter Rock versprochen wurde. Es war eine der üblichen Verwandtschaftsheiraten, um das Vermögen zusammen zu halten.
7) BINDER Maria *Bulkes 19.11.1875 +Bulkes 27.8.1944

8) MÜLLER Georg Jakob
*Kischker 11.8.1828 HNr.8 +Kischker 6.11.1893
1.ooKischker 23.1. 1859 ERHARDT Margaretha
2.ooKischker 5.3.1882 SCHNEIDER Margaretha Witwe 47J.
9) ERHARDT Margaretha ehel. led. Tochter des Heinrich Erhardt und der Magdalena Ascher
*Kischker 14.10.1837 +Kischker 23.3.1879
Kinder:
a) Margaretha *Kischker 26.9.1856 +Kischker 14.2.1860
b) Katharina/Catharina *Kischker 1860? oo 26.11. ? Heinrich/Carl Messinger
c) Jakob *Kischker 27.8.1862 oo Johanna Mahler
d) Magdalena *Kischker 12.2.1865 oo Peter Brücker
e) Johann Nikolaus *Kischker 14.9.1868 oo Katharina Demand
f) Ludwig oo Christina Meder aus Altker

10) MAHLER Johann *Kischker 1829 +Kischker 31.1.1901 ooKischker
11) NEUMANN Susanna *Kischker 23.10.1832 +Kischker 23.11.1877

12) KULLMANN, Heinrich II., Bauer, 1881-1882 Geschworener, Richter/Bürgermeister 1895-1897, *Bulkes 25.12.1835 +Bulkes 18.1.1912 ooBulkes 24.11.1857
Kinder:
KULLMANN Magdalena *1858 +Bulkes 12.11.1930 ooBulkes um 1875 BINDER Peter KULLMANN NN ein Sohn, dessen Daten nicht bekannt sind. KULLMANN Anna Maria oder Magdalena? *1864 +Jarek 4.5.1945(81 J.) ooKOCH NN HNr.137 (Q: HB Bulkes)
KULLMANN Philipp II. HNr.81 Bauer *Bulkes 2.8.1868 +Jarek 2.5.1945 HNr.81 ooBulkes 1890 BINDER Maria
13) GRUMBACH Elisabeth *Bulkes 15.7.1836 +Bulkes 1912 (76 J.)

14) BINDER Peter *Bulkes 1846 +Bulkes 1910 ooBulkes 1875
15) KULLMANN Magdalena *Bulkes 1858 +Bulkes 12.11.1930

16) MÜLLER Johann Daniel *Kischker 20.1.1804 +Kischker 5.12.1860
verehelichte sich am 23.November 1824 mit
17) GREILICH/GREILACH Christina ehel. led. Tochter des Heinrich Greilich u. der Maria Friedrich +Kischker 5.12.1860
Kinder:
a) Filip Peter *Kischker 14.8.1826 ooGERBER Johanna
b) Georg Jakob *Kischker 11.8.1828 ooERHARDT Margaretha
c) Elisabetha *Kischker 9.9.1830 ooGERSTHEIMER Michael
d) Anna Katharina *Kischker 15.8.1833
e) Barbara *29.3.1837 ooDESCHNER Friedrich
f) Anna Maria *1842 ooSCHUARDT Friedrich

20) MAHLER Carl *Kischker ooKischker
21) MÜLLER Christine

22) NEUMANN Carl ooKischker
23) SEHNE Catharina Margaretha

24) KULLMANN Filipp I., Bauer, Geschworener 1867, *Bulkes 8.2.1803 ooBulkes vor 1834
25) GERHOLDT Maria Magdalena *Bulkes 10.9.1804

26) GRUMBACH Philipp *Bulkes um 1800

28) BINDER Friedrich III. *Bulkes 1835 +Bulkes 1895 ooBulkes 1861 (Q:KBBu/ALW)
Anmerkung: Friedrich III. hatte eine ältere Schwester Magdalena *Bulkes 26.3.1821 +Budisawa/Batschka u1892 oo 23.11.1841 Schmidt,Christian * 22.12.1822 +Bulkes 15.6.1883
ooBulkes um 1861
29) WEISSENBACH Maria *Bulkes 1845 +Bulkes zwischen 1910 und 1915

32) MÜLLER Pfaltzer/Balthasar *~1756 +Kischker 17.12.1831 74J. (Zitat Pfarrer Chr. Müller: "Nach dem Ausweis des Taufmatrikelbuches von 1789 der ev.luth. Kirche in Kischker sind ihm aus der Ehe mit W.A.Maria (od.) Margaretha HOFFMANN folgende Kinder geboren:") (s. 33 HOFFMANN Margaretha)
ooKischker um 1780
Anmerkung über die Herkunft nach G.Ph. NOE: Hambach/Neustadt ist fraglich, Hackers Angaben zufolge stammte er aus Heubach/Odenwald, wo es jedoch zwei Orte dieses Namens gibt....
1.oo vor 1786, dem Ansiedlungsjahr Kischkers
2.oo Kischker SCHNEIDER Maria Magdalena aus Heimkirchen bei Kaiserslautern
33) HOFFMANN Margaretha
Kinder der HOFFMANN Margaretha:
a) Peter u. Elisabetha (scheinbar Zwillinge) *Kischker 12.2.1789
b) Georg Pfaltzer *Kischker 9.8.1792 (von Pfalzer stammend der Name: Balg)
c) Johann Martin *Kischker 23.3.1795
d) Johann Jakob *Kischker 23.11.1798
e) Johann Daniel *Kischker 20.1.1804 ooKischker 23.11. 1824 GREILACH Christine
Ungeklärte Kinder der SCHNEIDER Maria Magdalena:
a) Christine oo MAHLER Carl
b) Adam oo KÜSTER Amalie

40) MAHLER Carl, Ansiedler und Steuerzahler in Kischker 1828 mit der HNr. 101, *Roßbach 21.5.1776 ooKischker 41) GRELL Christine *Donnersberg/Gerbacher Hof 1779

44) NEUMANN Georg *Kischker 8.12.1793 ooKischker
45) GERBER Catharina *Kischker 1.3.1797

48) KULLMANN Heinrich I., Bauer, *Langweiler/St.Wendel um 1775, +Bulkes 1852, 77 J.
Bulkes|1828 Steuerzahler SNR 79/HNR 87: 2Personen,1Landwirt,1Haus,16Joch=8ha Ackerland,11Joch Wiesen,4Khe,5Pferde,3Schweine|
Bulkes|1852|war Kind des Ansiedlers und wohnte bis zu seinem Lebensende im Ansiedlerhaus HNR.87
Anmerkung: Herkunftsort lt KBBu aus "Langweiler Kreis St.Wendel im Saarland", ist aber auf der Verwaltungskarte des Saarlandes (Stand 1.1.1990) nicht verzeichnet; die Nachforschungen sind noch nicht abgeschlossen
ooBulkes|um 1802|HB/ALW|
49) KUHN Christina *Bulkes 24.11.1557

56) BINDER Friedrich II., Bauer, *Bulkes 29.11.1792 +Bulkes 4.11.1846 ooBulkes 3.7.1810 (Q: KB/ALW)
Anmerkung: Bulkes|1828|SL,SNR 201,HNR 226=Ansiedler/Elternhaus i.d.Letzten Gasse|Steuerpflicht: 2Personen,1Landwirt,1Haus,16Joch=8ha Ackerland,11Joch Wiesen,2Khe,3Pferde,1Schwein
57) SCHÜTZ Maria Magdalena *Bulkes 29.10.1794 +Bulkes 1.4.1843

88) NEUMANN Carl *Kautenbach 26.4.1768 +Kischker 3.5.1847 HNr. 41 ooKischker
89) SPENGLER Catharina Elisabetha

96) CULLMANN, Johann Nickel ev * Göttschied? + Maglic/Bulkes u1818
Bulkes 1786: Ansiedler, wahrscheinlich an Stelle des im KB genannten "Kilchmann Nikolaus" ANR 50 Zweite Gasse HNR 87
oo Wirschweiler 19.1.1773, "D.19ten Jan. wurden nach dreymahliger Proclamation copulieret von H(errn) Pfarrer von Allenbach (Karl Ludwig Stumpf ?,1767-1784) in meiner Kranckheit Johann Nickel Cullmann von Götschied Hersteiner Amts mit Maria Christina, Franz WOWODO ehel. Tochter von Langweiler (nordöstlich von Allenbach)." (Quelle: Hans Stein, aus dem EKB Wirschweiler 123/2 Seite 147 in der Archivstelle EKiR in Boppard. Hans Georg Stein: "Da der Vater von Johann Nickel nicht genannt ist, nehme ich an, dass es sich um einen Witwer handelt.")
97) WOWODO Maria Christina ev, *u1756 +Bulkes 1818(62J.) (Q:KB/ALW)

98) GRUMBACH Philipp *Bulkes um 1800
Anmerkung: Die Bulkeser Grumbach kommen aus Bettweiler Kreis Zabern/Elsaß (Q: HBB)

112) BINDER Johann Wilhelm, als Bauer 1786 in Bulkes angesiedelt, *Hohenstein Untertaunus/Holzhausen 5.2.1758 +Bulkes 1810
Anmerkung: Wien|30.8.1785|Auswanderung nach Ungarn/Batschka in Wien registriert: Bauer mit Frau,1Sohn| 1786 Ansiedlung in Bulkes unter der ANR 126,Letzte Gasse HNR 226
oo Hohenstein/Untertaunus/Holzhausen 30.8.1785
113) SCHMIDT V Maria Katharina Magdalena *Oberhosenbach/Reichenbach 1762 (Q:KB/ALW)

224) BINDER Johann Friedrich I. aus D-65329 Holzhausen über Aar in der Verbandsgemeinde Hohenstein im Rhein-Taunus-Kreis, 20km nw Wiesbaden in Hessen.
ooHohenstein/Hessen 1758 NN. Anna Margarete

Anhang:

Tagebuch des Pfarrers Christian Müller während der Kriegszeit 1915/16

Pozsony/Preßburg am 3.7.1915
Begonnen am letzten Tage meines Aufenthaltes in Pozsony (3.Juli 1915). Nachmittags 3h versammelten wir uns im Hofe des Garnisonsspitals Nr. 12, wo der oberste Arzt, Dr.Trick, für unsere bisherige Tätigkeit seiner Zufriedenheit Ausdruck gab und besonders hervorhob, daß wir nur infolge Veranlassen des Ministers von hier entlassen werden und das alle Chefärzte in Verlegenheit sind, wie sie uns ersetzen werden, und gab dem Wunsche Ausdruck, daß wir dort ebenfalls unseren Mann stellen werden.
Gott gebe es.

5.Juli. Am fünften Juli war der Tag der Abfahrt. Um 7h 10' verabschiedeten wir uns vom Professoren-Körper und Anwesenden. In Wien angekommen warteten wir dort drei Stunden und traten unsere Reise an vom Südbahnhof durchs Mürztal, Wienerneustadt, Semmering, Brück, Graz, Marburg, Klagenfurt nach Villach. Auf der Fahrt kamen wir durch 14 Tunnele bis Semmering. Dann kamen wir noch durch 4 Tunnele. In Villach hat man nicht gewußt, was man mit so vielen Leuten anfangen soll. Bis dann die Anfrage ans Kriegsministerium beantwortet wurde, teilte man uns ein.

Am 6.7. gingen wir zu Besuch zum evang. Pfarrer, der uns sehr liebreich empfing und den besten Eindruck auf uns machte, in Kärnten sind mehr denn 20 000 evang. Seelen in 23 Gemeinden. Von den Glaubensgenossen gehören 15 000 Seelen zur Villacher Gemeinde, 12 000 Muttergemeinde, 300 Filiale. Die Gemeinde besteht seit 1897 und 1899 kam der jetzige Pfarrer Heinzelmann und wirkt noch immer zur größten Zufriedenheit seiner Gemeinde.
Die italienische Grenze ist bis nach Skt.Flocken cca 26 Kilometer. Das Gebirge ist über 2 000m noch mit Schnee bedeckt. Den Donner der Kanonen hört man nicht.

6.Juli. Ich hab mich zum Bahnhof verlangt, wo ich die Rolle eines Dolmetschers auszufüllen habe. Nach 4h sind Züge gekommen mit Verwundeten und Kranken von: Kronau, Malborgeth, Tarvis. Die einheitliche Äußerung, daß die Italiener gegen uns nichts richten. Ihre schwersten Geschütze sind 28cm Granaten, unsere 30,5cm Geschütze.

7.-8. Juli: Die Verwundeten sind nicht gar viel, die da durchfahren, 247 leicht, am 8.7. 295 leicht und ein schwer Verwundeter in der Nacht von Feldkirchen, bei dem sofort eine Amputierung unternommen werden mußte. Die Lage ist überall gut. Ungarn kommen von Görz, O.Drauburg, Pontafeld, Tarvis, Gr. u. Kl. Pal.
Von hier sieht man: Dobratsch, Heiligen Geist, Mittagskogel, Mangarth usw. Das ung. 7. Korps soll übersetzt werden nach Triest. Dobratsch, Bleiberg, Jesolo, Görlitzen, Mittagskogel, Türkenkopf (Gaswerkstrasse) oder Klagenfurter Strasse. Lieser und Seebach trennt Spital und Millstätt. Im Liestalfriedhofe ruht Ludwig Willroider, Landschaftsmaler. Neben dem Dobratsch, welcher 2167m.

Am 9.7. waren im L.Fr.Hofe schon 97 Militärgräber....Von der Bahnstation gegen Westen liegt Heiligen Geist, eine wunderschöne Hochebene mit grünen Feldern.

10.7. Wunderschöne Aussicht auf den Dobratsch u.Bleiberg. Ich erinnere mich an des Knaben Berglied: "Sind Blitz und Donner unter mir, so steh ich doch im Blauen hier. Ich kenne sie und Rufe zu: Laßt meines Vaters Haus in Ruh." Die Berge sind bis zur Hälfte in weiße Wolken gehüllt, wie wenn die Gipfel derselben mit dem Himmlischen ratschlagten, und es vor den Menschen verbergen wollten.

11.7. Um 10 Uhr war ich in der ev. Kirche, wo sich eine schöne Gemeinde versammelte. Ein älterer Pfarrer hielt den Gottesdienst,- er soll aus der Schweiz stammen.- Er handelte in der Predigt über den 126 Psalm "Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten." Nach der Tränensaat folgt die Freudenernte.- Unser Vater im Himmel.- Verwundete und Kranke sind heute 77 gefahren. Die meisten wurden innerlich krank (Gelbsucht, Magenleiden: Spezial-Krankheit der Ungarn.

12.7. Nichts Besonderes.

13.7. " "

14.7. Alle vom Süden kommende Soldaten wissen, daß am 15.-25. ein großes Ereignis sich ergeben soll: Friedensverhandlungen oder Kriegserklärung Deutschlands an Italien. Am 11.7 bin ich durch Völkendorf, Judendorf und Möltschach an den Fuß des Dobratsch gegangen. Kleinere Dörfer, die mit dem deutschen Charakter in Widerspruch stehend sehr schmutzig vorkommen. Die Daheimgebliebenen - derer nur Greise und Kinder dem männlichen Geschlechte angehören - sind alt und zuversichtsvoll. Was die Feldarbeit anbelangt, ist es mir sehr aufgefallen, daß die Weiber das Getreide mit Sicheln abschneiden. Verwundete und Kranke gehen mir sehr wenige durch.
Am 13/7. Sind ziemlich viele Infektionskranke durchgefahren (15-20) . Meistens verdächtig auf Typhus und Ruhr. Besondere Fälle sind überhaupt noch keine vorgekommen.

15.7. Ein regnerischer Tag. Schon mit Tages Anbruch regnete es, aber um 1/2 10 war schöner Sonnenschein und so ging ich in die Stadt, denn wir haben uns verabredet, . . .einen Ausflug ins Warmbad zu machen. Zu dritt machten wir uns auf den Weg und waren um 1/2 12 schon im Wasser. Das Basin könnte nach meiner Schätzung 25m lang und 14-15m breit sein. Das Basin befindet sich über der Quelle selbst und wenn das Wasser nicht verrüttelt, so bemerkt man es auch wie es in der rechten oberen Ecke hervorsprudelt in seinem kristallblauen Gewände. Das Wasser war sehr angenehm warm. Nach dem Bade wollten wir uns einen köstlichen Mittagsimbiß zu gute kommen lassen. Es war aber unmöglich, da heuer nicht gekocht wird, und auf Bitten und Betteln bereitete man uns eine Kartoffelsuppe, Kaiserschmarren mit Preiselbeeren. Fleisch getrauten wir uns keins zu essen, weil man ohne Brotkarte kein Brot erhalten kann. Die Lage konnten wir uns nicht genau, ja überhaupt nicht anschauen, da sich während dem Essen ein großer Regen ergoß, der bis 6 Uhr anhielt. So sind wir halt heimgegangen mit dem Vorbehalt, daß wir jede Woche,-ja so lange wir da sind, wenigstens einmal herauskommen.

16.7. Ausflug in den Kapuzinerwald? Wald, von da durch Rennstein?, Wollanig (hier ist ein Stauwerk,man kann es aber natürlich nicht besichtigen), Gummern? bis vor Töplitsch. Hier tat sich eine wundersame Aussicht auf, aber leider konnte ich nicht mehr weitergehen: "Fremde zurück, sonst Verhaftung wegen Spionage", das stand auf einer Warntafel am Weg. Daß ich aber nicht wieder den nämlichen Weg zurückgehe, ging ich über die Draubrücke, wo ich zuerst zur Mautzahlung, dann zum Legitimieren aufgefordert, konnte ich mich genug ausweisen. Worauf mir der Gendarm noch riet, ruhig bis nach Töplitsch zu gehen, denn von dort hätte ich eine köstliche Aussicht und bis Feistritz wird man mich nichtmehr anhalten. Ich aber wollte lieber zurückgehen, um etwaigen Unannehmlichkeiten auszuweichen. Und so ging ich auf dem anderen (rechten) Ufer der Dräu durch Skt. Martin zurück nach Villach.

17.7. Um 1/2 11 war ich im Turm der Skt. Jakob-Kirche, 94m hoch. Wenn man hinauf will, läutet man an einer Glocke, worauf der Feuermann den Schlüssel an einem Draht heruntergleiten läßt. Angelangt bis zum 3/4 Teil beginnt eine Schneckenstiege mit 37 Treppen. Oben bietet sich eine ziemlich schöne Aussicht. Man sieht das ganze Becken und besonders fiel mir die Drau auf mit ihrem zickzackigen Bette. In der Kirche selbst sind die Grüften der adligen Familien Villachs (Widmann, Khevenhüller usw.) und drei Könige: Ferdinand I., Maximilian der andere und Rudolf, und einige Herzöge, Stallmeister, Kammerer usw. Chorstühle sind aus dem 16.Jhd. Über jedem Stuhl ist Name des Betreffenden, der im Stuhl zu sitzen pflegt (Stadtrichter, Bürgermeister usw.). Die Kanzel ruht auf einem marmornen Fuß mit dem Stammbaum Jesu. Übrigens sind auch die Glasmalereien sehr interessant.

18.7. Um lOUhr Kirchengang am siebenten Sonntag nach Trinitatis. Pfarrer J.Heinzelmann. Text: Jesus Sirach 6: Der wahre und falsche Freund/der italienische Ministerpräsident/Egoismus/Eigenliebe im persönlichen Leben. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Also die Eigenliebe ist vom christlichen Gesichtspunkte gerechtfertigt, wer sein Leben verliert, gewinnt es erst recht ganz. Wenn die Selbstbehauptung gefährdet ist, ist die Treulosigkeit gestattet. Das war der Fall, als Deutschland die Neutralität Belgiens brach, aber nicht der Fall, als Italien uns angriff: Deutschland der wahre, Italien der falsche Freund. Elise Kleinbichler gab mir ihr Gesangbuch, ein Mädchen von 12-14 Jahren, so schön sind wenige in Villach, 1914 confirmiert. Bad im Warmbad.

21.7. In der Früh um 9:10Uhr vernahm ich über das Gebirge von der Front her nacheinander schwere Kanonenschüsse. Am selben Tage hatte man im Grazer Tagblatt amtlich berichtet: Ungar.Landwehr hat bei Dobratsch, östlich von Monfalkone, einen Angriff abgewehrt und das 2. Bosn.-Herz. I.R. hat bei Piave einen Angriff der Italiener zurückgewiesen unter stürmischen Zivio-Austria-Rufen.

22.8. Ich laß Egelharich's Buch über Bismarck: Ein seltsames Licht ging mir auf, den Eisernen Kanzler betreffend, daß ich mich um 15 Stufen höherstellen mußte. Er ist der Mann, der Deutschland erzog. Zur größten Macht der Welt machte und jeder Deutsche, klein und groß, ist in seine Schule gegangen. Das beweist ausdrücklich der Weltkrieg. Gott gebe, daß es weiterhin auch so bleibe. Am 18.Januar 1871 erfolgte die Ausrufung des Deutschen Kaisertums im Spiegelsaale des Schlosses von Versailles: "Up ewig ungedeelt."...

Bündnis mit Deutschland 1879 am 7.Oktober, mit Italien am 20.Mai 1882. Am 15.Juni 1888 starb Friedrich III. nach 99 Tagen Regierung, in seinem 98. Lebensjahre. Er hatte ein unheilbares Kehlkopfleiden. Ihm folgte Kaiser Wilhelm II.
1916 Juni-Juli habe ich Carlyle gelesen........
Quelle: Martha Müller
Editiert: Heinrich Stephan